18
Juni
2011

Ein unterhaltsamer historischer Rückblick

Es war einmal eine Betriebsmannschaft ...

Seine Geburt erlebte unser Verein im Jahr 1948 als Betriebsmannschaft der Firma P.D. Rasspe Söhne im Solinger Ortsteil Stöcken.

Bereits nach 2 Jahren hatte man sich entschieden, sich dem Meisterschaftsfeld der Tischtennisvereine des Westdeutschen Tischtennisverbandes anzuschließen. Es erfolgte somit im Jahre 1950 die Eintragung des TTC Rasspe als reiner Tischtennisverein.

Mann der ersten Stunde war Hans Ristau. Er hatte die Idee, aus den tischtennisbegeisterten Mitarbeitern der Firma Rasspe eine Betriebsmannschaft zu bilden. Und auch der Wechsel zum Vereinssport war seine Idee. Daraus entwickelte sich eine tiefe Leidenschaft für den Tischtennissport, die sich für ihn nicht nur auf den eigenen Verein beschränkte. Frühzeitig und über viele Jahre engagierte sich Hans Ristau auch auf Kreis- und Bezirksebene. Viele Ehrenteller und Abzeichen vom Kreis bis hin zum Deutschen Tischtennisverband sind Anerkennung für sein großes Engagement im Ehrenamt.

Für die Geschicke des TTC Rasspe zeichnete er dreieinhalb Jahrzehnte alleinig verantwortlich. Und damit ist gemeint: Hans Ristau war der TTC Rasspe …

Heute wird die Vereinsarbeit auf mehrere Schultern verteilt, er kümmerte sich um alles: von Mannschaftsaufstellungen und vom Spielerwechsel über Trikots und Bälle bis hin zu den Getränken.

Ganz klar: ohne Hans Ristau, er verstarb im Jahr 2004, hätte es niemals diesen Verein gegeben.

Unvergessen die vielen kleinen Anekdoten, die er immer wieder beim gemütlichen Beisammensein zum Besten geben konnte. Stellvertretend für alle meine kleine Lieblingsgeschichte aus den Anfängen der 60er Jahre:

Seinerzeit gab es den Tischtennissport fast ausschließlich in Kneipen mit kleinen oder etwas größeren Gesellschaftsräumen. Kaum vorstellbar, aber damals spielte man auf nur einer Platte das ganze Spiel, auch damals schon mit 6er-Mannschaften! An einem dieser Abende musste Hans Ristau bei einem Heimspiel sein Einzel gegen den Sportkameraden Romünder bestreiten, der ebenso wie er selbst den Ball „nur auf der Platte“ hielt. Das heißt, ein Schmetterball war nicht zu erwarten, und diese Erwartung wurde auch nicht enttäuscht! Das Problem war nun, das es damals kein Zeitspiel gab… natürlich ging dieses Einzel, wie nicht anders zu erwarten, bis in den Entscheidungssatz (damals der 3. Satz, es wurde noch bis 21 gespielt). Als dieses Einzel dann nach (überlieferten) fast 3 Stunden (in Worten drei!) beendet war (alle 30 Minuten wurde der Schiedsrichter gewechselt), wurde das nächste Einzel aufgerufen. Der Sportkamerad des TTC Rasspe (Name bekannt…) war jedoch zu lange im Schankraum des Lokals gewesen und konnte nicht mehr antreten. Herrlich und heute nicht mehr vorstellbar!

Wie der ursprüngliche Name schon andeutet, wurde der TTC Rasspe von der Firma P.D. Rasspe Söhne über all die Jahre gesponsert, von den Bällen bis zu den Platten wurde alles gestellt. Ebenso durften wir ab dem Ende der 60er Jahre den Aufenthaltsraum der Firma für die Heimspiele benutzen. Viele Ältere werden sich an die unvergleichbare Atmosphäre erinnern mit den vier Pfeilern in dieser „Halle“ sowie dem nicht wegzudenkenden Klavier, das kaum gestört hatte. Spiele und Training fanden immer freitags statt. Da wir keine städtische Halle hatten, gab es bei uns auch kein Zeitlimit. Für mich bedeutet das: unzählige Erinnerungen an endlos lange Freitagabende, die eigentlich immer erst am Samstag früh endeten …

Für uns eingefleischte „Rasspejaner“ war es immer etwas unverständlich, warum Gästeteams über unsere „Halle“ meckerten. Bis wir dann Anfang der 90er Jahre die Turnhalle in der Fürkerfeldstrasse von der Stadt zugewiesen bekamen. Hier konnten wir jedoch nur eine Halbserie unsere Heimspiele durchführen, da die Halle dann nicht mehr zur Verfügung stand. Für uns kein Problem, wir konnten ja wieder zurück in den Aufenthaltsraum der Firma Rasspe … Welch ein Desaster!

Erst nach diesem halben Jahr haben wir gemerkt, wie beengt hier der Raum war, wie störend die Pfeiler waren, und erst das Klavier! Nach nur einem einzigen Spiel haben wir beschlossen, die Saison mit ausschließlich Auswärtsspielen durchzustehen. Seit 1992 sind wir nun in der Turnhalle Scheidterstrasse beheimatet.
Leider strich uns auch die Firma Rasspe ab dem Jahr 1990 die Zuschüsse, so dass wir, da wir nunmehr keinen Bezug mehr zur Firma hatten, den Verein umbenannt haben in TTC Stöcken, um die örtliche Verbundenheit mit Stöcken zu bewahren.

hiSportlich war der TTC Rasspe in den 60er Jahren im Kreis Solingen das Maß aller Dinge. Mit Eickholz, May, und Wirth waren wir im Kreis nicht zu schlagen. Auf den Aufstieg in die Bezirksklasse wurde jedoch aus beruflichen Gründen immer verzichtet. Den schafften im Jahr 2000, pünktlich zum 50. Geburtstag des Vereins, über die Aufstiegsrunde das Team mit Peter Kettenbach, Frank-Peter Lindemann, Norbert Feldmann, Bernd Schulz, Ralf Gryczewski und Tobias Rindfleisch. Leider konnte die Bezirksklasse nicht gehalten werden. Seither spielt unsere 1. Mannschaft nun in der Kreisliga A des inzwischen vergrößerten Kreises Bergisch Land, da sich die Kreise Remscheid, Solingen und Wuppertal zusammen schlossen.

Bisherige Vorsitzende des Vereins:

1950 – 1988 Hans Ristau
1988 – 2005 Bernd Schulz
2005 – 2009 Heinrich Buthmann
seit 2009 Bernd Schulz

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